Schwimmbadabdeckung

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martin
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Schwimmbadabdeckung

Beitrag von martin »

Wir sind seit letztem Jahr auch stolze Besitzer eines Hallenbades (ca. 82qm). Das Becken selbst ist ca. 10x3,6x1,35. Das Schwimmbad wurde Anfang der 80iger erbaut, Fliesen (standard blau) machen aber trotzdem noch einen sehr guten Eindruck.
Die Schwimmbadabeckung ist ein elektrisches Rolladensystem. Eigentlich sollte damit die Wasserverdunstung deutlich vermindert sein. Trotzdem haben wir sehr hohe Entfeuchtungskosten. So verbraucht die Kaut Klimatruhe (1,24kw) in den Wintermonaten im Schnitt 14KW/h pro Tag, und das bei 27°C Wasser und ca. 29,5° C Lufttemperatur. Dabei ist die RF bereits auf 65-68° eingestellt, sollte ja eigentlich niedriger eingestellt werden. Der Energieeinsatz unserer (neuen) Heizungsanlage (Erdgas-Niedertemperatur) liegt für die Hallenraumaufheizung bei ca. 180 KW/h, für die Beckenerwärmung bei ca. 80kW/h bei Außentemperaturen um 5°C.
Damit liegen unsere Energiekosten für den Schwimmbadbetrieb bei ca. 13-15€ pro Tag (zumindest November-Februar).
Folgende Optionen zur Senkung der Energiekosten könnte ich mir vorstellen:
- neue Schwimmbadabdeckung (Folie, Luftpolster)
- Außenrolladen (2 Fenster à 3x2m mit Alurahmen(ist immer Feucht im Winter))
- Andere Entfeuchtungsanlage (Air-stream) ohne hohe Stromkosten.
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo martin,

da lohnt sich ja schon fast eine vorort beratung.
eine neue abdeckungmacht es normalerweise nicht, ein "vernünftiger" rollladen hat eine gute wärmedämmung 3,5 K wert mehrschichtfolien haben auch nur einen K-wert von 4.
wenn der rollladen aber nicht zu ist hast du eine verdunstung von ca. 4 Ltr/ d /m². und das mal 0,7kw/ltr. da weißt du was an energie verlustig geht.
die klimatruhe hat eine zusatzheizung ?
die RLF sollte so 60% betragen.....
welches modell ist das ? wurde das teil schon mal gereinigt ? oder überprüft ? steht esauf dem boden oder etwas erhöht ?

eine andere ursache kann schon eine fehlende oder mangelhafte wärmedämmung des gebäudes sein, oder eines dessen teile ( vorzugsweise decke / dach oder große fenster).
diese ursache würde ich favorisieren.
martin
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Beitrag von martin »

hallo Axel,

danke für die Info,
grüße
martin
Zuletzt geändert von martin am 02.09.2010, 14:09, insgesamt 2-mal geändert.
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo martin,
du sprichst hier zwei verschiedene sachen an.
der luftentfeuchter könnte zu klein bemessen sein.
er wird doch automatisch angesteuert ( von einer stelleinheit unter dem gerät ). und auch nur dann heizt er. nun weiß ich nicht wie du auf die 11 laufstunden pro tag kommst ?
eine kältebrücke im bauwerk hat nichts mit mit der verdunstung des schwimmbeckens zu tun. die heizleistung realisierst du doch über eine andere heizung ( außer entfeuchterregister ) .
auf den aluprofilen ( zwischen den scheiben ) deiner verglasung sollte ein K-Wert eingeprägt sein, daran erkennst du den wärmedämmwert z.B. 1,4 oder 0,8...je kleiner die zahl je besser die dämmung.
termografie ..da musst du mal in die gelben seiten schauen.

mitf reundlichen grüßen
Axel
martin
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Beitrag von martin »

Hallo Axel,

zu klein dimensioniert wäre eine Möglichkeit, hatte mich einfach nach dem Vorgänger gerichtet und der Angabe "ausreichend für pools bis 40 m²" gerichtet.
Der Entfeuchter läuft über seperaten Stromzähler, abgelesene Werte pro Tag ca. 14kW/h.
Leistungsaufnahme des Entfeuchters ca. 1,24kW
=> Betriebsdauer pro Tag = 14kW/h / 1,24kW = 11 Stunden.

Daher komme ich auf 11 Std. täglich - oder mache ich einen Denkfehler?
und daher komme ich auf ca. 20-25 Liter Verdunstung pro Tag.
(Vielleicht sollte ich mal einfach die Wassermenge messen, die täglich aus dem Entfeuchter läuft)

Ansteuerung über externen Hydrostaten
und externen Thermostaten (steuert Heizungspumpe für das Heizregister und weitere Heizkörper)
Heizen kann der Entfeuchter daher auch seperat und unabhängig vom entfeuchten.

Wahrscheinlich macht tatsächlich eine Vorortberatung Sinn.

Herzliche Grüße

martin
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hai martin,

wie du schreibst "ausreichend für 20m² oberfläche " dein schwimmbecken hat aber das doppelte....ist zwar abgedeckt, wird jedoch auch benutzt, und in dieser zeit entweicht reichlich wasser in die luft. also wirklich zu klein.
prüfe mal den eingebauten hygrostaten, wie dieser eingestellt ist.
kaut ist auf seine eingebauten hygrostaten eingestellt und lässt sich mit einem externen nur durch umbau betreiben. unddann ist auch diefrage ob der entfeuchter gleich hochwie der hygrostat angebracht ist. über einem relativ kalten fußboden ( nicht bei fußbodenheizung ) ergeben sich da diskrepanzen.
die heizregister heizen nur, wenn die walzenlüfter arbeiten !

mit freundlichen grüßen
Axel
martin
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Beitrag von martin »

Hallo Axel,

zum besseren Verständnis einige Infos:

Der Pool selbst hat ca. 36qm, die Kaut Klimatruhe vom Typ 5010 ist lt. Leistungsangabe ausreichend für pools bis ca. 40qm.

Folgende Grundüberlegung:
Bei der derzeitigen Hallentemperatur von ca. 30°C und einer Wassertemperatur von 27-27,5°C und einer relativen Feuchte von ca. 60...65% ergibt sich eine Verdunstungsmenge von ca. 1,2 Kg / Tag (lt. VDI 2089). Unter der zugrunde gelegten Verdunstungsmenge errechnet sich dann die nötige Entfeuchtungsleistung mit 1,2 Kg / Tag / qm x 36qm = 43 Kg / Tag.
Unter den gegebenen Paramtern kann der Kaut - Entfeuchter vom Typ 5010 lt. Datenblatt ca. 52 Kg / Tag entfeuchten. Die Klimatruhe müßte demnach eigentlich ausreichend dimensioniert sein.

Der externe Hydrostat ist ungefähr in der Mitte einer Schwimmbadwand zusammen mit dem Thermostaten montiert und orginal von Kaut mitgeliefert worden. Die mit einem recht genauen Hygrometer (Kunsthaar) gemessenen Feuchten entsprechen ca. den eingestellten Werten (Toleranz ca. 2...3%).

Das Heizregister wird durch einen Thermoschalter aktiviert, der bei einer Durchströmung ab ca. 40°C die Walzenlüfter der Klimatruhe automatisch einschaltet. Der externe Thermostat schaltet dabei die Heizungspumpe, die das Heizregister bedient.

Im gesammten Schwimmbadbereich ist eine Fußbodenheizung 24 Std. am Tag in Betrieb mit Vorlauftemperaturen im Winter zwischen 40 und 45°C.

Auffällig für mich ist letzlich die (zumindest subjektiv) geringe Diskrepanz zwischen der notwenigen Entfeuchtung bei offener und geschlossener Schwimmbadabdeckung. Dies hatte mich ja auch auf die Idee gebracht, eventuell eine neue Abdeckung anzuschaffen.

Ich sollte vielleicht einfach mal ein paar Tage das Schwimmbad nicht abdecken und dann den Stromverbrauch der Klimatruhe ermitteln, um die genaue Differenz zwischen mit und ohne Abdeckung ermitteln zu können.

Oder reicht es u. U. mittels einer extra dichten Plastikfolie das Schwimmbad "per Hand" abzudecken und dann die notwendige Entfeuchtung ermitteln.


Herzliche Grüße

Martin
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo martin,
ich bin von einer oberflächevon 82 m² ausgegangen, nicht von einer hallengrundfläche ......
die aussage der DIN halte ich für nicht ganz korrekt..... sie dient als berechnungsgrundlage für alle möglichen berechnungen. sei es drum.
bei 52 ltr/d ist der gedankenfehler der, das der tag 24 h hat und du sagtest die entfeuchtung läuft etwa 11 h. also müsste deine entfeuchtung ca. 21 - 22 h laufen um die luftfeuchtigkeit von 60% rlf für den raum zu erreichen......
nun über denkmal die sache noch mal.....

mitf reundlichen grüßen
Axel
martin
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Beitrag von martin »

Hallo Axel,

der Unterschied liegt wohl in der Theorie und Praxis;-)

Theorie besagt:

Lt. VDI 1,2 Kg / tag / qm (30°/27°C/60%RF), selbst wenn 1,4 kg / Tag /qm bedeuten schließlich die Verdunstung "ohne" Abedeckung oder?

Ergäbe bei 36 qm im worst case ca. 50 kg Verdunstung.

Wenn die Leistungsaufnahme der Klimatruhe 1,24 KW ist, und sie einen Leistungsverbrauch von ca. 14 KW an einem Tag hat, ergibt das eine Entfeuchtungsleistung:

Maximale Leistung der Klimatruhe = 52 KG / Tag, d.h., in 24 Std.

11 Std. ergeben dann eine Entfeuchtung von (14kW/Std. / 1,24KW) = ca. 20 - 25 Kg in 24 Stunden --> Dreisatz!

Das heißt nicht, das die Klimatruhe nun 11 Stunden am Stück entfeuchtet und dann 13 Stunden aus ist !

Die Frage, die sich nun ergibt,
sind eine Verdunstung von 20..25 Liter Wasser pro Tag trotz Abdeckung mit besagten Rolladen bei den beschriebenen Bedingungen nun normal oder viel zu viel?

Herzliche Grüße

Martin
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hai martin,

das dürft wesendlich zuviel sein. ( auch in anbetracht, das die werte zu niedrig angesetzt sind )
egal wie, du hast rundherum einen spalt von 2 - 4 cm (?) dann kommst du auf eine offene oberfläche von vielleicht 1 m² sollen es auch 1,5 m² sein....
und da sollte diese menge nicht zustande kommen......
hast du das teil schon mal warten lassen ?

mit freundlichen grüßen
Axel
martin
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Beitrag von martin »

Hallo Axel,
nicht abgedeckte Oberfläche von 1 qm kommt sicher hin.

Was wird denn an der Rolladenabeckung gewartet?
Außen ist auf einzelnen Lamellen etwas Kalk abgelagert, das hat aber sicher kaum nennenswerten Einfluß auf die Abdeckung.

und wer wartet denn solche Rolladenabdeckungen?
nur spezielle Firmen, die auch solche liefern?

Ich werde mal eine entsprechende große und dichte Plastikfolie besorgen und das ganze mal einen Tag abdecken. Mal schaun.

Grüße

Martin
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

sorry hab mich unklar ausgedrückt.
den luftentfeuchter meinte ich
Axel
martin
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Beitrag von martin »

Moin,

also habe nun seid ca. 4 Wochen meine bisherige Schwimmbadabdeckung (Rolladensystem) rausgeschmissen und eine Luftpolsterfolie auf die Rolle gesetzt.

Siehe da, die Entfeuchtungstruhe läuft statt 9 Std. täglich nur noch knapp 4,5 Std., damit halbiert sich mein Stromverbrauch!

Ergo verdunstet durch das Rolladensystem deutlich mehr Wasser als durch die Luftpolsterfolie - dabei liegt das Rolladensystem preislich eher beim 5 -fachen Preis.

Mit der Luftpolsterfolie kann ich glatt die Hallentemperatur auf die Wassertemperatur fahren (insbesondere nachts), ohne das ich eine Zunahme der Verdunstung habe.

Also selbst in einem Hallenbad ist eine dichte Folie ein absoluter Energiesparer.

grüsse
martin
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