Welche Wasseraufbereitungstechnik für ein Ferienhaus?

Beckeneinbauteile wie Düsen, Skimmer, Scheinwerfer, Überlaufrinnentechnik, Verrohrung, Filtertechnik, etc.

Moderatoren: Amateur, Axel Zdiarstek

Axel Zdiarstek
Beiträge: 3846
Registriert: 16.02.2004, 19:31
Wohnort: D-14612 Falkensee
Kontaktdaten:

Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo ulli,

...es ist auch nicht gestattet kupfer II sulfat ins abwassersysthem zu leiten .....

dann kommt es auf das bisschen natronlauge auch nicht mehr drauf an.

ich würde weder das eine noch das andere in die kanalisation leiten.....

Axel
schaddek
Beiträge: 9
Registriert: 25.06.2005, 20:39

Beitrag von schaddek »

Soll angeblich auch in Seife, Shampoo und Magenbeschwerdemittel vorhanden sein.
Ich bin kein Chemiker, aber OSPA weist in der Bedienungsanleitung auf den Ablauf in den Abfluß hin.
Wenn man überlegt was sonst für scharfe Reiniger in den Abfluß kommen.

Gruß Schaddek
melpool hilfe
Beiträge: 1195
Registriert: 30.09.2005, 21:39
Wohnort: 31559 Hohnhorst
Kontaktdaten:

Beitrag von melpool hilfe »

Ich sag ja nicht, dass es verboten ist, ist es aber als sinnvoll anzusehen?

Bei dem System wird als Argument genannt, dass kein Salz im Badewasser ist, das Abfallprodukt aber nicht mit erwähnt.

Obwohl ich kein Freund der klassischen Elektrolyse von Salzhaltigem Wasser bin, finde ich das dann aber doch noch deutlich besser als das OSPA-System!
Oder wo ist sonst der Vorteil?

Gruss Ulli K.
Amateur
Beiträge: 333
Registriert: 02.07.2004, 10:14

Beitrag von Amateur »

Die Gründe für ein externes Elektrolysesystems waren für mich:

1. Desinfektion mit reinem Chlor
Dem Beckenwasser wird nur die reine Wirksubstanz (elementares Chlor) zugegeben. Keine Trägersubstanzen, keine Stabilisatoren. Damit gibt es keine Rückstände und Anreicherungseffekte im Beckenwasser.

2. Betrieb
Das System braucht nur Kochsalz und Strom. Ungiftig, leicht zu bevorraten, beliebig lange haltbar und kostengünstig. Den Salztank muß ich nur alle paar Monate nachfüllen.

3. Vorteile gegenüber Salzwasseranlagen
Kein Chlorid im Wasser, keine Probleme mit Edelstahl-Einbauteilen. Keine pH-Wert Verschiebung durch Natriumhypochlorid.

Zum Thema Natronlauge:
Natronlauge ist zwar in hoher Konzentration ätzend aber nicht giftig. Bei der Herstellung von Laugengebäck (Brezeln usw.) werden die Backwaren in 4%ige Natronlauge getaucht. Die Einleitung ins Abwasser ist erlaubt, solange der pH-Wert nicht größer als 10 ist. An der Luft reagiert Natronlauge mit CO2 zu Natriumcarbonat (Speisesoda). Im Abwasser wird es von Säuren (z.B. der reichlich vorhandenen Harnsäure) neutralisiert.

Bei der Elektrolyse fallen nur kleine Mengen an. Für ein Gramm Chlor werden 1,1 Gramm Natriumhydoxid (NaOH) erzeugt. Dagegen enthalten Abflussfrei 50% NaOH und Geschirrspültabs 10-20% NaOH.

Ähnliche Elektrolysesysteme gibt es auch von Wallace & Tiernan und Sopra (Soprazon). Das Verfahren wird oft an Stelle von Chlor-Druckgasflaschen eingesetzt, weil es wesentlich weniger Sicherheitsprobleme gibt.

mit freundlichen Grüßen,
Andreas
melpool hilfe
Beiträge: 1195
Registriert: 30.09.2005, 21:39
Wohnort: 31559 Hohnhorst
Kontaktdaten:

Beitrag von melpool hilfe »

Hallo Amateur,

vielen Dank für Deine Infos.

Ja, Chloride sind natürlich bei Rost-anfälligen Anlagen zu vermeiden!

Wenn Du nun elementares Chlor (=Chlorgas) dosierst (bist Du sicher, oder eher Chlorbleichlauge?), was macht dann der pH-Wert? Wieviel wovon (PH-Plus/pH-Minus) mußt Du denn so wöchentlich zudosieren?

Gruss Ulli K.
weitere Informationen:
www.melpool.com (deutsche Flagge anklicken) und
www.melkam.de
Amateur
Beiträge: 333
Registriert: 02.07.2004, 10:14

Beitrag von Amateur »

Hallo Ulli,

es ist wirklich nur Chlor, das durch einen Injektor dem Beckenwasser zugemischt wird. Der Injektor ist im Wesentlichen nur eine Querschnittsverengung im Filterkreis, der nach dem Prinzip Wasserstrahlpumpe ein Vakuum erzeugt, das das Chlorgas aus der Anlage saugt.

Auswirkungen auf den pH-Wert hat das keine, da ja lediglich das bei der Desinfektion gebundene Chlor ergänzt wird, ohne das wie z.B. bei Chlorbleichlauge ein pH-Wert hebendes Zerfallsprodukt übrig bleibt.

Gruß,
Andreas
Amateur
Beiträge: 333
Registriert: 02.07.2004, 10:14

Beitrag von Amateur »

Hallo Schaddek,

noch mal zu deiner Membran. Ich hab mir das Ding bei Reichelt im Katalog angesehen. Nach Papierlage müsste die für die Salzelektrolyse grundsätzlich brauchbar sein. Ich habe nochmal mit einem Kollegen an der Uni gesprochen. Ein gewisses Aufquellen ist wohl normal, das ist bei der Nafion auch so. Ausbleichen kann auch normal sein. Schließlich ist Chlor ein prima Bleichmittel.

Der Uni-Kollege hat mich aber noch über einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Membranen und Diaphragmen aufgeklärt. Leider werden diese Bezeichnungen oft vertauscht:

Membranen sind dicht. Die lassen nur Ionen aber keine Flüssigkeiten durch. Membranen sortieren nach Ladung, lassen also entweder nur Anionen oder Kationen durch.

Diaphragmen sind porös und lassen auch eine gewissen Menge Flüssigkeit passieren. Sie sortieren nach Größe, nicht nach Ladung.

Asbest ist ein Diaphragma während deine und die Nafion Membranen sind. Vieleicht liegt es daran.

Gruß,
Andreas
schaddek
Beiträge: 9
Registriert: 25.06.2005, 20:39

Beitrag von schaddek »

Hallo Andreas,
danke für die fachliche Antwort.
Der untere Aufbau der Zelle ist Trichterförmig zum Auslaufhahn hin.
Der darüberliegende ca. 20cm hohe rohrartige Zellenteil ist wiederum mit einer Kunststoffwand zur Kathode getrennt. Diese Kunststoffwand hat eine ca.
10cm runde Öffnung in dem die Reste von dem Asbestding klemmten.
Über diese Öffnung habe ich dann die Reichelt Membrane geklebt.
Die Kunststofftrennwand geht eh nur bis zum Beginn des Trichters, dort laufen dann die Flüssigkeiten wieder zusammen und werden kathodenseitig
abgepumpt.
Ich denke eine absolute Trennung der Flüssigkeit zwischen Annode und Kathode findet eh nicht statt.
Da ich noch einen Rest von der Reichelt Membrane habe, werde ich es noch einmal versuchen und berichte die Tage.
Hast du vielleicht herausgefunden wie ich feststellen kann, welche Seite in Richtung Annode zeigen soll?

Wer ja schön, wenn das Teil wieder laufen würde, da das Prinzip eigentlich super ist.

Gruß Schaddek
Amateur
Beiträge: 333
Registriert: 02.07.2004, 10:14

Beitrag von Amateur »

Hallo Schaddek,

vielen Dank für die Info über den Aufbau der Zelle. Hat mich immer schon interessiert, wie das Ding von innen aussieht, wollte es nur nicht ohne Grund auseinandernehmen (never touch a running system...).

Bezüglich der Polung der Reichelt Membran kann ich dir leider auch nicht wirklich weiterhelfen. Die Nafion Membran, die ich an der Uni gesehen habe, sah aus wie ein einfaches Stück dünne, milchig-transparente Plastikfolie. War leider schon eingebaut, dehalb konnte ich sie nicht im Originalzustand sehen. Das auf der Membran selbst eine Markierung ist kann ich mir allerdings kaum vorstellen. Aufdrucken oder prägen geht nicht, Aufkleber kriegt man nicht zerstörungsfrei runter und es bleiben Klebereste drauf. Kann also eigentlich nur auf der Verpackung markiert sein. Die Membranen werden einzeln in Kunststofffolie geliefert und werden dadurch bis zum Einbau feucht gehalten.

Ich würde einfach mal bei Reichelt anrufen. Die müssen das am besten wissen. Vieleicht ist diese Membran auch gar nicht gepolt.

Kleben ist vieleicht nicht die beste Idee. Wer weiß, was das für Auswirkungen auf die Struktur hat. Die Membran an der Uni war nur mechanisch zwischen zwei ausgeschnittenen Plexiglasplatten eingespannt. Wie war denn die original Asbestmembran befestigt?

Hast du eine Digitalkamera? Wenn ja, wäre es super nett, wenn du ein paar Fotos machen würdest, wenn du das Teil zerlegt hast. Würde mich brennend interessieren. Die Bilder kannst du kostenfrei und anonym bei http://www.imageshack.us/ einstellen.

viel Erfolg,
Andreas
schaddek
Beiträge: 9
Registriert: 25.06.2005, 20:39

Beitrag von schaddek »

hallo Andreas,
Die Bilder habe ich versucht einzustellen, ich weiß jedoch nicht wie diese von Image hier ins Forum gelangen. Ich glaube einfacher wäre es per E-mail.
Habe jetzt die Membrane anders ohne Kleber befestigt.
Zwar habe ich jetzt ein klares Natrium, jedoch der Strom fließt gerade mal mit 0,1 Ampere so dass wohl zu wenig Chlor gebildet wird. Jedenfalls baut der Gesamtchlorwert weiter ab.
Vielleicht ist die Membrane doch zu dicht gegenüber einem Diaphragma.
Kannst du mir beschreiben wo der Chlorentnahmeschlauch an deinem Gerät angeschlossen ist. Das ist der Schlauch, welcher mit einer Kordel angehoben werden kann. Dort ist auch ein kleiner Durchlauffilter angebracht.

Gibt es denn nicht einen OSPA Techniker im Forum der Mitleid mit mir hat und das Geheimnis mit der Membrane verrät.

Gruß Schaddek
Amateur
Beiträge: 333
Registriert: 02.07.2004, 10:14

Beitrag von Amateur »

Hallo schaddek,

kannst die Bilder an amateur_ ät gmx punkt de schicken (das _ nicht vergessen). Ich stell die imageshack links dann hier ein. Ist sicher für den ein oder anderen interessant.

Der Strom ist zu niedrig. Entweder sind die Elektroden hin, die Salzlösung ist zu schwach oder es liegt wirklich an der Membran. Lt. Katalog hat die Membran einen Widerstand von 6 Ohm pro cm² in 1-Normaler Salzlösung (knapp 60 Gramm Salz pro Liter). Macht bei 100 cm² 0.06 Ohm. Bei einer gesättigten Salzlösung (360 Gramm pro Liter) ist es noch weniger. Grundsätzlich muß es also gehen. Hast du den Strom direkt nach dem Einbauen gemessen? Wenn ja, probier es jetzt nochmal. Die Membran muß lt. Katalog erst mehrere Stunden einweichen. Kannst Du mal die Zellenspannung messen (Multimeter)?

Mein Gerät hat auf der rechten Außenseite zwei Schläuche mit Anschlüssen für den Injektor. Sind mit Saugseite und Druckseite beschriftet. Die Druckseite ist der Zulauf des Beckenwassers. Da kommt das Wasser vom Injektor und läuft in den Strömungsschalter bzw. den Niveauschwimmer. Das Chlor wird an der Saugseite entnommen und geht an den Sauganschluß des Injektors (da wo das Vakuum-Manometer angeschlossen ist). Eine Kordel gibt es bei meiner Anlage allerdings nicht. Entweder hat sie der Vorbesitzer entfernt oder es war nie eine dran.

Gruß,
Andreas
schaddek
Beiträge: 9
Registriert: 25.06.2005, 20:39

Beitrag von schaddek »

Da bin ich wieder.
Den Stromwert habe ich am Trafo abgelesen. Auf volle Kraft gestellt zeigt er gerade 0,1 A(Auch nach 2 Tagen Betrieb). Als die Membrane zuvor noch nicht so dichtend eingebaut war konnnte ich den Trafo bis 6 A einstellen.
Vermutlich ist die Mebrane nicht durchlässig genug.
Ich habe erst mal die Faxen dicke und klemme die Anlage ab.
Zudem habe ich gerade eine Chlordosieranlage mit Bypassleitungen für Dosierung mit Chlortabletten für knapp 45 Euro ersteigert.
Die werde ich dann einfach an das Anschlußstück der OSPA anschließen.
In die D-Schleuse passen 4,5 Kg Tabletten, dass reicht für eine Weile. Der Bypass läßt sich sogar in der Stärke regeln.

Die Bilder sende ich dir per Mail.

Gruß Schaddek
Amateur
Beiträge: 333
Registriert: 02.07.2004, 10:14

Beitrag von Amateur »

Hallo Schaddek,

ich kann dich verstehen. Wenn da noch der Pool dran hängt muss kurzfristig eine Lösung her. Muss ja nicht die entgültige sein.

Trotzdem würde ich das Teil noch nicht verschrotten. Wäre doch gelacht, wenn man das nicht über kurz oder lang wieder zum laufen kriegen würde. Ich werde die Membrangeschichte schon aus Eigeninteresse weiterverfolgen. Wenn ich neue Erkenntnisse habe gebe ich Bescheid.

Die Bilder habe ich eingestellt (vielen Dank für's zusenden). Hier sind die Links:

http://img360.imageshack.us/img360/7744/dcam00030gb.jpg
http://img360.imageshack.us/img360/1594/dcam00045es.jpg
http://img360.imageshack.us/img360/2637/dcam00050rx.jpg
http://img207.imageshack.us/img207/6763/dcam00062aa.jpg
http://img360.imageshack.us/img360/4241/dcam00073fs.jpg
http://img207.imageshack.us/img207/4774/dcam00088gl.jpg
http://img360.imageshack.us/img360/1811/dcam00095ni.jpg
http://img360.imageshack.us/img360/8990/dcam00109ip.jpg

bis dann,
Andreas
Antworten