Schwimmbad-Solaranlage aus PE-Leerrohren

Beckeneinbauteile wie Düsen, Skimmer, Scheinwerfer, Überlaufrinnentechnik, Verrohrung, Filtertechnik, etc.

Moderatoren: Amateur, Axel Zdiarstek

Ralphchen
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Schwimmbad-Solaranlage aus PE-Leerrohren

Beitrag von Ralphchen »

Moin, Moin!

Hat sich schon mal einer einen Solarabsorber aus gewöhnlichen Leerrohren aus PE aus dem Elektrobedarf gebaut?

Was sind Eure Erfahrungen und Meinungen dazu??

Gruß

Ralphchen
Uwe Kreitmayr
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Beitrag von Uwe Kreitmayr »

Hallo Ralphchen

Eigenbaulösungen dieser Art wurde schon öfters diskutiert.

Ich bin immer dafür etwas selbst zu machen, wenn es sich rechnet.

MfG
uwe
Ralphchen
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Beitrag von Ralphchen »

PE dürfte für Chlor ja eigentlich kein Problem sein, oder?

Das Dach, auf das der Absorber gebaut werden soll (von meinem Gartenhäuschen), ist dereieckig. Ich kenne keinen fertigen Absorber oder einen Absorber als Bausatz der dreieckig ist. Oder liege ich da falsch?

Gruß Ralphchen
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo ralph,

es geht darum nicht ein 2 km langes rohr aufs dach zu legen, da kommt am ende nix bei raus ....
sondern du musst die 2 km parrallel verlegen abgehend von einem hauptrohr , ankommend in einem hauptrohr.
und dann ist die wirklich nutzbare fläche zur sonneneinstrahlung noch interessant.

mit freundlichen grüßen
Axel
Stef
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Beitrag von Stef »

Hallo Ralph,

ich denke, ich kann dir an dieser Stelle gut weiterhelfen. Ich habe es nämlich genauso gemacht, wie du es vielleicht machen möchtest.

Bei Ebay 100 Meter M20 Leerrohr ersteigert, die passenden Klick-Schellen dazu (dieser Anbieter ist übrigens sehr zu empfehlen, nach Paypal Zahlung keine 2 Tage Lieferzeit!) und eine Gartenpumpe für 40 Euro im Angebot bei OBI. Das ganze dann in Schlangenlinien auf dem Gartenhaus verlegt. Funktioniert super (Siehe unten)

Das sind die Grundzutaten für Deine Homemade Solarrohr-Anlage. Nun kommen jedoch noch einige Kleinteile dazu, da ein Elektroinstallationsrohr ja eigentlich für alles andere als zur Wassererwärmung gedacht ist:

Die Gartenpumpe kommt "so wie sie ist" daher, das heißt (Saug-)Eingang und (Druck-)Ausgang der Pumpe bedürfen noch ein paar Messing Aufsätze, hierbei ist am besten ein Stück des Schlauches mit in den Baumarkt zu nehmen und auszuprobieren, da der Leerrohrdurchmesser natürlich nicht auf die genormten Aufsätze passt. Sofern ich mich richtig erinnere passt ein M20 Schlauch aber relativ gut auf 1/4 Zoll Stutzen.
Gerade beim Abdichten des Druckausganges der Pumpe ist penibel auf Dichtheit und vor allem auf das Anbringen des Schlauches auf den Stutzen zu achten. Da sind nämlich sofort 4 bar Druck drauf und der Hartplastikschlauch neigt gerne dazu einfach abzuspringen und in unmittelbarer Nähe befindliche Menschen nasszuspritzen :twisted:

Zum Befestigen am besten gleich 2 Rohrschellen benutzen.

Ferner brauchst du dann natürlich noch Dichtungsband, um die Gewinde abzudichten.

So, das zu den Zutaten. Ich möchte dir einfach viele Fahrten zum OBI ersparen, deswegen so ausführlich. :shock: :shock: :shock:


Nun zum Schlauchende (Da wo das warme Wasser rauskommt).
Dieses passt natürlich auch wieder in keinster Weise an die Einlaufdüsen des Pools. Hier musst du mit größeren, weichen Schläuchen (Gartenschläuchen) adaptieren und mit Rohrschellen festzerren, das klappt sehr gut.

Achja, fast hätte ich es vergessen: Bei den Gartenpumpen bei OBI sind auch keine Saugschläuche dabei, die kosten in der billigen Variante 10 Euro für 5 Meter.


Alles in allem kannst du ca. 40 Euro für 100 Meter Schlauch und Schellen rechnen, 40-50 Euro die Pumpe und Krimskrams (Dichtungen, die Messing-Aufsätze sind schweineteuer!, ...) nochmal 40-50 Euro.


Oh, bevor ich es vergesse: Nie, nie, niemals etwaige Filteranlagen (Kartuschenfilter) hinter das Solarrohr setzen und immer nur höchstens 100 Meter Schlauch auf einmal verlegen, sonst mit Y-Weichen. Der Grund: Der sich im Schlauch aufbauende Druck ist so hoch, dass er sehr zu reißen neigt und klitzekleine Löcher entstehen, diese kann man auch nicht mehr dichtkriegen, und wenn man sonst so viel Dichtband drumwickelt. Ich habe da Erfahrung: Mein Bruder hat den Kartuschenfilter vom neuen Pool hinter die Solaranlage gehangen und daraufhin ist der Schlauch an mehreren Stellen geplatzt, sodass ich heute 20-30 Meter kappen musste und in den Müll werfen konnte.

Die 100 Meter niemals auftrennen, das bekommst du nie wieder dicht!


Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte! Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Zur Wirkung des Ganzen kann ich dir noch diesen Beitrag ans Herz legen: Klick
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

nun mal einige zahlen ....

bei 20 mm innendurchmesser und 100 m lange leitung und n u r 4 m³/h pumpenleistung hast du einen druckverlust von rund 7,5 bar.
das ganze bei 8 m³/h hast du 16,6 bar ...

na macht mal ....

Axel
Stef
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Beitrag von Stef »

Sorry Axel,

aber ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen schildern und von daher muss ich dich wohl enttäuschen. Das System läuft bereits seit 1 Jahr einwandfrei und heizt den Pool gut auf. Ich möchte dich an dieser Stelle nochmal an den geposteten Thread in meinem Posting oben erinnern.

100 Meter M20 Rohr, ~600 Liter die Stunde (1 Minute lang Wasser aufgefangen und Zeit gestoppt, hochgerechnet.)
4 Grad Temperaturunterschied Poolwasser <-> Solarschlauchwasser


Stef
Uwe Kreitmayr
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Beitrag von Uwe Kreitmayr »

Gewonnene Wärme: 0,6m³ x 1,16 kWh/m³°K x 4°K = 2,8 kWh
Davon stammen 0,8 kWh von der Pumpe.

Absorberfläche 100m x 0,02m = 2m²

Leistung des Absorbers 2kWh / 2m² = 1000W/m²

bei super Sonnenschein mit etwas Übertreibung/Messfehler durch den Erbauer durchaus möglich.

Rohr innen 18 mm; V 0,6m³/h;Rohrlänge 100m; Rauheit 2mm
Druck 1,3 Bar

Kann hinkommen.

MfG
uwe
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Düse
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Beitrag von Düse »

Hallo,
das Prinziep ist schon vollkommen OK aber das normale Kabel-Leerrohr ist für solche Zwecke auf dauer völlig ungeeignet,denn dieses Rohr besteht aus Polyolefine und ist nur leicht Druckfest.
Glattwandiges PE-Rohr mit mind. 1,5 mm Wandung ist da auf dauer schon wesendlich besser und Druckfester,da dieses Rohr aus Polyethylen besteht.Bei diesem Rohr kann man auch Stützhülsen einfügen und mittels Hochdruckschlauch verbinden,somit sind auch die Verbindungen für die dauer.
Gruß Düse
Uwe Kreitmayr
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Beitrag von Uwe Kreitmayr »

Hallo Düse,

du hast recht, "so" ein Eigenbau ist eher eine Spielerei denn eine dauerhafte Lösung.
Bei den Beckengrößen handelt es sich jedoch meist um vorübergehende Einreichtungen.
Kann mir auch vorstellen, dass die Leerrohre nicht besonders UV-beständig sind.

MfG
uwe
Ralphchen
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Beitrag von Ralphchen »

Ja, danke schon mal für eure hinweise! Ich habe folgendes vor:

Mein Gartenhäuschen hat eine Fläche von knappen 20 m² ich will auf dem Dach 10 Rohre DN 20 von etwa 100 Metern unterbringen unterbringen. Meine Schwimmbadpumpe leistet 12 m³/h. Ich will mir einen Verteiler bauen, um von dem 50er PVC-Rohr (nach der Schwimmbadpumpe) auf die 10 Leerrohre zu kommen. Wie ich diese Verbindungen sicher herstellen soll, weiß ich noch nicht...
Das Becken hat etwa eine Oberfläche von 38 m² und ist abgedeckt.

Ich denke ich werde das alles mal installieren und gucken ob's klappt und gucken was es bringt. Ich werde Bilder machen und nachher eine Fotoserie ins Forum setzen.

Wenn der ganze Kram nachher nicht funktioniert, hätte ich ja max. 300 Euro in den Sand gesetzt...

Für weitere Hinweise bin euch auch weiterhin dankbar!!

Gruß

Ralphchen

PS: Wer war dieses Jahr schon in seinem Freibad? Ich hatte vor einigen Tagen bebadbare 19 Grad im Becken!
Stef
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Beitrag von Stef »

Hallo,

wie du schon selber sagst, wird das größte Problem der Übergang zwischen deinem 50er PVC Rohr und dem Leerrohr darstellen. Das Leerrohr ist ein sehr hartes Material und von daher sehr schlecht dicht zu kriegen. Da wirst du dir wirklich was Gutes einfallen lassen müssen, um das dicht zu bekommen.

Ansonsten kann ich Düse nur bestätigen, sein Vorschlag, das glatte, 1,5 mm starke Rohr zu benutzen ist auf Dauer die bessere Lösung. Wie schon gesagt, PE-Leerrohr ist nicht gerade druckfest und neigt dazu zu platzen, sobald der Druck zu groß ist (Z. B. wenn große Widerstände am Rohrende wirken, wie z. B. ein Filter oder Druck des Beckenwassers)
Umso mehr Kurven und Unterschiede im Gefälle umso größer natürlich der Druck.
Werde ich nächste Saison, sofern das Rohr dann noch unbeschädigt ist, auch bevorzugen. Jetzt ist es zu spät, habe hier jetzt 180 Meter Rohr rumliegen.

Eine weitere Nebenwirkung tritt besonders bei unebenen, also geneigten Dächern auf: Das Rohr schlägt Wellen und hängt zwischen den Schellen etwas durch, sobald es eingeschaltet wird.
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Andy1212
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Beitrag von Andy1212 »

Hallo

@Ralphchen

Eine Frage warum nicht gleich die 300€ in einen Absorber stecken der auch dafür gedacht ist. Die ganzen Leerrohre die auch bei eBay so gerne verkauft werden sind doch nur eine Lösung die nicht länger wie 1 Jahr hält und ich auch noch basteln muss damit ich alles dicht bekomme. Kann mir auch nicht vorstellen das die Leerrohren UV und Frost beständig sind.

Am besten gleich richtig
http://mitglied.lycos.de/AGoethling/DSC01332.JPG


MfG Andy
Ralphchen
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Beitrag von Ralphchen »

@Andy1212: Mein Dach hat eine grobe Grundform eines Dreickes - mit abgeschnittenen Ecken - ist also quasi irgendwie sechseckig. Ich habe keinen einzigen normalen Winkel von 90 Grad oder so. Außerdem muß ich jeden letzten Winkel des Daches ausnutzen, weils ja nur 18.69 m² groß ist. Sind die Rohre alles einzelne Rohre, die ich auch in Kurven verlegen könnte?

Gruß

Ralphchen
Uwe Kreitmayr
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Beitrag von Uwe Kreitmayr »

http://www.solar-flex.de/deutsch/03_sol ... e_2007.pdf

bei den Preisen ist klar warum mancher selber basteln will

MfG
uwe
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