Innendämmung

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Moderator: Amateur

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Jorge
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Innendämmung

Beitrag von Jorge »

Das gab's schon mal ansatzweise von amateur. Aber ich bräuchte ein paar Details zum Aufbau einer vernünftigen Innendämmung:

1. Styropor oder Styrodur ? Was ist der Unterschied?
2. Wie befestigt man dieses Material auf Beton (Filigranplatten) kleben oder dübeln oder beides ?
3. Wo bekommt man Alufolie in welchen Breiten und in welchen sinnvollen Dicken?
4. Womit klebt man diese Folie?
5. Und wie kriegt man Putz auf Alufolie zum halten?

Gruß und Danke

Jorge
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo jorge,
zu 1 die härte ( druckfestigkeit )
zu 2 kleben
zu 3 gute frage ...aus dem baufachhandel dicke und breite ..da wird die auswahl nicht groß sein.....
zu 4 es gibt auch folie die selber klebt.... lösemittelhaltige kleber gehn nicht. spachtelkleber ( z. b. flexovoss k6tt - nur aus dem fachhandel )
zu 5 mit einem gittergewebe....
oder du gehst allen aus dem weg und nimmst aluminiumkaschierte PU platten.
mit freundlichen grüßen
Axel
Uwe Kreitmayr
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Beitrag von Uwe Kreitmayr »

Hallo Jorge

gute Fragen, beschäftige mich zur Zeit mit ähnlichen Problemen.

Schau mal bei

http://www.livingpool.de/spezial/index.asp

MfG
uwe
Jorge
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Beitrag von Jorge »

Hallo Axel, hallo Uwe,

Weißt Du auch, ob man besser Styrodur oder Styropur nimmt? Hat das was mit der Wärtmeleitfähigkeit zu tun? Die Frage wäre besser also gestellt "Was sollte man nehmen und warum?"

Das gleiche gilt auch für das Aluminium. "Welche Dicke sollte man nehmen und warum?"

Das mit den alukaschierten Platten kenne ich. Hier gibts den Hersteller, der auch entsprechende Preise hat. Da ich ca. 250 qm dämmen muß, ist der Preisunterschied nicht ohne Bedeutung. Dafür kann ich vermutlich locker die Sauna bezahlen.

Gruß aus dem Rheinland

Jorge
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo jorge,
styropor ( - dur ) der unterschied ist in der härte der platten nicht in der wärmedämmung.....( wie ich geschrieben habe.... ) um einen besseren inneren halt zu bekommen solltest du styrodur nehmen.
wie ich schon schrieb...musst sehen welches du bekommst...wenn ich gesagt hätte 0,3 mm dick und du bekommst nur 0,2 mm in deiner nähe brauchst du keine klimmzüge machen um 0,3 mm zu organisieren.....
auch wenn du nur 0,05 mm folie bekommst geht auch, nur du musst diese dann vorsichtiger verkleben......
die angegebenen folienstärken sind nirgens vorgeschrieben !!! soll nur zur verdeutlichung meiner vorigen ausführung dienen!
der zweck der dampfdichtheit ist auch bei dünnerer folie gegeben.
wenn du einen diffunsionsdichten spachtel findest würde das auch ohne alufolie funktionieren.....
mit freundlichen grüßen
Axel
hotte
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Beitrag von hotte »

@ axel

Auswahl Dampfsperre sollte über Sd-Wert gehen. Du sagst, es gibt keine Vorschift über die Dicke der Alu-Folie, gibt es denn eine Vorschrift zum Sd-Wert ?? Soweit ich weiß, gilt Sd ab 100.000m als dampfdicht. Wenn das gefordert ist, wird es mit Nichtmetallen schwierig (z.B. PE-Folie mit My=100.000 müßte dann 1m dick sein :? )
Ich habe bei mir jetzt Alu 0.1mm besorgt, ist ganz gut zu handhaben...
Allerdings bin ich mir auch unklar darüber, wie groß der Überlapp der Alu-Folien am Stoß sein soll, oder darf ich das mehr oder wenig großzügig vernachlässigen ?

Gruß,
Hotte
Amateur
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Beitrag von Amateur »

Hallo Hotte,

ich hab die Folie etwa 10cm überlappen lassen und die Stöße dann mit Aluklebeband verklebt. Die genaue Vorgehensweise habe ich hier schon ein paar mal beschrieben. Da ich das Forum nicht mit Wiederholungen zukleistern will (gibt's im Fersehen schon genug) schau einfach mal unter meinen älteren Beiträgen.

Andreas
hotte
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Beitrag von hotte »

Hallo Amateur,

bedankt ! Ich bin z.Zt. schon dabei, ältere Postings zu lesen. Hab 'nen Korb voll Fragen und will auch nicht zum 100. mal die gleiche Fragen stellen. Mit der Alu-Folie hat sich halt grad so ergeben...
Freu' Dich schon mal auf meine baldigen FAQs :oops:

Gruß
Hotte
Fragezeichen
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Beitrag von Fragezeichen »

Hallo Leute,

ich bin auch gerade nach einer günstigen Lösung für eine Dampfsperre und möchte das Thema deshalb hier noch einmal aufgreifen.
Die Lösung von der Firma mit den drei Buchstaben kenne ich auch, nur find ich die Preise nicht gerade günstig. Ich brauche auch nicht unbedingt eine Innendämmung, sondern nur eine Dampfsperre.

Interressant war der Ansatz von Amateur, das System nachzubauen, allerdings schriebst Du in dem anderen Beitrag, dass das eine ziemliche Sauerei war, weshalb Du beim nächsten Mal beidseitig alu-kaschierte Platten nehmen würdest. Da kommen wir aber zu einem Problem, dem sich auch Jorge stellen muss:
Putz ist in der Regel alkalisch und alkalische Substanzen lösen Aluminium auf. D.h. die Dampfsperre würde sich mit der Zeit in Luft auflösen. Damit dürften dann auch die beidseitig kaschierten Platten nicht mehr halten. Hat jemand hier dem entsprechende Erfahrungen gemacht?
Vielleicht kann man durch eine entsprechende Grundierung des Putzes die alkalischen Substanzen von der Alufolie fernhalten. Kennt sich jemand damit aus?
Der sichere Weg wäre wohl, die Alufolie erst auf Styrodur-Platten zu kleben und die Platten dann an der Wand zu befestigen. Sie festzudübeln schadet bestimmt nicht, die oben genannte Firma macht das schliesslich genau so (vielleicht kann man deren Dübel erwerben). Einseitig kaschierte Platten gibt es auch, leider erst ab einer Dicke von 80mm. Wem das zu dick ist (wie mir), der muss Folie und Platten halt selber zusammen leimen. Ich würde dazu Grobkornfolie nehmen, auf Grund der Struktur hält der nachfolgende Aufbau besser.
Wenn man das ganze dann mit Schutzlack/Grundierung, Armierungsgitter/-mörtel (siehe Fa. ***) und Putz/Fliesen versieht, hat man das teure System um einiges günstiger nachgebaut.

Nur würde ich halt gerne auf die Styrodur-Platten verzichten, was aber wegen der Unverträglichkeit von Aluminium mit alkalischen Substanzen Probleme bereiten kann. Deswegen abschliessend die Frage:
Hat jemand Erfahrungen (längerfristig) damit, Alufolie auf Putz zu kleben?
Oder gibt es eine andere Möglichkeit als Aluminiumfolie um eine wirklich dampfdichte Dampfsperre auf der Wand zu realisieren? (Es gibt Flüssigdampfsperren, aber deren sd (ca.75) ist doch wesentlich geringer gegenüber dem sd von Alu (>1500).

Und noch eine letzte Frage (an Amateur): Wie hast Du eigentlich Steckdosen und Schalter abgedichtet?
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo :?: ,

also warum willst du die wand mit putz versehen, wenn der putz das als zerstört. aber ausreagierter putz / beton ( nach 28 tagen ) sollte auch nichts mehr anrichten ... ???
ich würde wenn schon dann keine styros nehmen, sondern alu-kaschierte PU platten. die gibts einseitig mit alu - einseitig mit so eine art ölpapier oder beidseitig mit alu kaschiert .....

eine wand dampfdicht bekommen ginge auch mit z.b. epoxydharzanstrichen ..... PU- farben z.b. G4 oder Estovoss ist auch wasserdampfdicht, nur wenn sich das mauerwerk bewegt hilft es auch nicht mehr.

mit freundlichen grüßen
Axel
Fragezeichen
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Beitrag von Fragezeichen »

Hallo Axel,

danke für die schnelle Antwort.

Ich würde das Mauerwerk verputzen, um eine glatte Oberfläche zu bekommen, auf der ich die Alufolie vollflächig anbringen kann. Das Mauerwerk (Hohllochziegel) ist ja nicht völlig glatt und dort, wo die Alufolie nicht aufliegt, könnte sie später reissen.

Du meinst das der Putz nach 4 Wochen keine Substanzen mehr ausscheidet? Bist Du Dir da sicher?

Diese Platten (Alu/PU/Ölpapier) kenn ich nicht. Hast Du dafür einen Link oder einen Namen von Produkt/Hersteller?

Zu Estovoss: das ist zwar wasserdicht, aber wasserdicht heisst nicht unbedingt dampfdicht. Das Datenblatt gibt dazu leider keine Aussage...

Danke schonmal im vorraus,
Stephan
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallostephan,

ja in den TM / SDB stehts nicht drin.
G4 mehrmals ( 3 - 4 mal ) gerollt ist eine vollkommen geschlossene schicht, da geht meines wissen auch kein dampf mehr durch.

alle mit zement gefertigten bauwerke sind nach 28 tagen chem. ausreagiert .... dann darf ja auch erst beschichtet werden.

mit freundlichen grüßen
Axel
hotte
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Beitrag von hotte »

hallo,
ich versuch auch mal, was Senf dazu abzugeben :
- wasserdampfdicht sind meines Wissens eigentlich nur Metall und Glas, alle anderen Dampfsperren behindern die Diffusion, aber halt nicht 100%, was über den Sd-Wert angegeben wird.
- wenn eine Dampfsperre z.B. durch einen Anstrich aufgebracht wird, sollte man sich überlegen, wie der Feuchtigkeitstransport aussieht. Ist die Wand dahinter relativ diffusionsoffen und/oder warm, wird sie mehr Wasser auf der anderen Seite abgeben als sie von der Dampfsperrenseite her aufnimmt. Ist sie dagegen kalt und/oder wenig diffusionsoffen, kann sich Feuchtigkeit ansammeln. Beispiel Betonwand nach außen im Winter ist kalt und transportiert Feuchtigkeit relativ langsam, dadurch Gefahr, daß Armierung leidet, wenn Dampfsperre schlecht ...
(ich hab bewußt Taupunkt und dergleichen nicht betrachtet, da ja auch nicht kondensierende Feuchte Bauschäden hervorrufen kann :roll: )

--- Senf aus und schönen Gruß ---
Hotte
Axel Zdiarstek
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Beitrag von Axel Zdiarstek »

hallo hotte,

deine ausführungen sind richtig.
en beispiel der praxis ... eine terrasse mit deffekter eingebauter wassersperre wurde oberseitig mit G4 gestrichen ..... ( betonoberfläche war trocken ) und nach aushärtung gabs blasen .... weil die sonne den beton aufheitzte und das wasser ( wasserdampf ) entweichen wollte .....
bei einem nebenliegenden balkon wurde daraufhin eine kleinere fläche nicht mit G4 gestrichen und der zu vor beschriebene effekt der blasen trat hier nicht auf .....
es ist durchaus möglich das die feuchtigkeitssperre / dampfsperre nicht der einer metalfolie entspricht .....

mit freundlichen grüßen
Axel
Amateur
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Beitrag von Amateur »

Hallo Fragenzeichen,

wegen der Beständigkeit alukaschierter PU-Platten mache ich mir nicht all zu viele Sorgen. Das Zeug wird zu tausenden Quadratmeter in Fußbodenheizungen verbaut. Da kommt der Estrich direkt auf die Platten. Wenn sich da was auflösen würde hätten die Platten sicherlich keine Zulassung.

Außerdem müssen die Platten auf der Rückseite mit gefülltem Putzgrund gestrichen werden (z.B. Sto), da der Kleber nicht auf dem blanken Alu haftet. Streng genommen kommt das Alu also gar nicht mit dem Putz in Kontakt. Aber selbst wenn, s.o.

Ich würde an deiner Stelle die Wände normal mit Kalkzementputz (PII) verputzen, aushärten lassen und dann die Platten mit PCI Elfatherm (normaler Fliesenkleber geht wahrscheinlich auch) vollflächig aufkleben. Anschließend alle Stöße mit selbstklebendem Aluband abkleben, alles mit Sto Putzgrund streichen, Sto Armierungsmörtel (organisch) und Gittergewebe draufspachteln und mit organischem Oberputz (z.B. Stolit MP) endbeschichten. Das ist der normale Aufbau eines WDVS, wie man es an tausenden Häusern findet. Sto lässt dieses System unter dem Namen Therm-in auch für den Schwimmhallenausbau zu.

Es gibt auch flüssige (streichbare) Dampfsperren auf 2K Epoxidharzbasis, z.B. Schomburg Asodur SG2 zur Beschichtung von Betonflächen. Da ich aber eine Holzbalkendecke hatte kam das für meine Halle nicht in Frage. Außerdem kann man mit Alufolie die Übergänge (Wand-Decke) besser hinkriegen und Alu ist in gewissen Grenzen dehnbar, d.h. rissüberbrückend.

Für die Installationsdosen habe mit einer normalen Lochsäge für Holz stramm passende Löcher in die PU-Platten gebohrt und die Dosen mit PU-Kleber (Ottocoll P83) eingeklebt. Als Dosen nimmt man am besten die luftdichten für Hohlwandinstallationen. Luftdicht reicht, diffusionsdicht ist nicht notwendig. Ist ja nur eine sehr klein Fläche.

Ich denke es ist keine Werbung wenn ich hier die Produktnamen nenne. Ich verdiene da nichts dran und es erspart das Rätselraten, was denn jetzt genau gemeint ist. Natürlich gibt es von anderen Firmen gleichwertige Produkte, aber ich habe nun mal diese genommen.

viel Erfolg,
Andreas
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